| Moderne Wundbehandlung : Ultraschalldebridement |
Autor : Udo Bäumler
Vor dem Beginn einer Wundbehandlung mit aufwändigen
und teilweise kostenintensiven Maßnahmen zur Heilung chronischer oder
problematischer Wunden muss auf jeden Fall eine umfassende Abklärung der
zugrundeliegenden Störungen in der Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff
und Nährstoffen erfolgen. Hierbei sind speziell die
arterielle Durchblutungssituation und die venösen Rückflussstörungen
sowie
das Vorliegen von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus zu
nennen. Eine Wunde die nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff
versorgt wird, kann auch unter bestem Verbandsregime nicht heilen. Die moderne Wundbehandlung hat in den letzten Jahren
durch Weiter- und Neuentwicklungen im Bereich der wundreinigenden und
heilungsfördernden Verbandsmaterialien immer wieder neue Impulse und
Verbesserungen erfahren. Diese Bestrebungen sind vor dem Hintergrund
gestiegener Kosten und dem Zwang zu höherer Wirtschaftlichkeit im stationären
und ambulanten Versorgungsbereich zu sehen. Ziel ist immer das Erreichen
einer schnelleren Wundheilung und damit die Einsparung von Kosten trotz
„teurer“ Methoden. Neben einer Vielzahl an hydrokolloidalen
Verbandsmaterialien sei hier für schwierige Fälle noch der
Vakuum-Verband erwähnt. Die kostengünstigste Form eines Heilungsprozesses wird immer die ungestörte Wundheilung bleiben. Hier kann mit minimalem Aufwand an Pflege und Verbandsmaterialien ein optimales Ergebnis erzielt werden. Sie wird in drei Phasen unterteilt:
In der Differenzierungsphase (ab 3. Woche) steht die
Bildung von Interzellularsubstanz im Vordergrund. Sie Störungen der Wundheilung durch reduzierte Ernährung des Gewebes, ursächlich können hier wie eingangs schon erwähnt die arterielle Verschlußkrankeit, die chronisch venöse Insuffizienz durch Varikosis oder abgelaufener Venenthrombose im tiefen Venensystem sowie eine Erkrankung an Diabetes mellitus sein, oder eine Wundinfektion machen oftmals langwierige, aufwändige und damit kostenträchtige Behandlungsmaßnahmen notwendig. Eine Wundheilungsstörung erfordert regelmäßige Wundreinigung, eine, wenn notwendig, systemische Infektbekämpfung sowie granulationsfördernde und die Epithelialisierung beschleunigende Maßnahmen. Im Folgenden soll auf die Wundreinigung näher eingegangen werden. Der Begriff „Wunde“ bezieht sich hier im Wesentlichen auf oberflächliche Defekte ohne Verbindung zu Körperhöhlen oder inneren Organen Eine Entfernung lose auf dem Wundgrund aufliegenden nekrotischen Materials sowie von Wundsekret gelingt durch Spülen. Hierzu können z.B. Ringer-Lösung oder desinfizierende Lösungen über die Wunde gegossen werden. Eine einfache aber sehr wirksame Methode ist das gründliche Ausduschen mit lauwarmen Wasser. Fest haftende Beläge und faserreiche Nekrosen müssen mechanisch abgetragen werden. Die folgenden Maßnahmen sind u.U. für den Patienten sehr schmerzhaft und nicht ohne geeignete Anästhesie durchführbar. Hierzu zählen das einfache Abwischen mit sterilen Kompressen, Abtragen mit Schere und Pinzette, Kratzen mit dem ‚Scharfen Löffel’ sowie ein radikales Ausschneiden nekrotischen Materials mit dem Skalpell im Operationssaal. Weiterhin können enzymatisch aktive Wundsalben unter geeigneten Verbandsmaterialien sowie antibakterielle Wundauflagen mit Aktivkohle und/oder Silberimprägnierung zum Einsatz kommen. Auch wenn es unter diesen beschriebenen Maßnahmen zunächst zu einer optischen Vergrößerung der Wunde durch Abtragen und Abbau abgestorbener Gewebeanteile kommen sollte gilt: Das chirurgische Debridement im Operationssaal, im Bett auf Station, im ambulanten Wundpflegebereich ist die Basis eines intensiven Wundmanagements zur effizienten Anwendung moderner Verbandsmaterialien Die Ultraschall-assistierte WundbehandlungEin innovatives Verfahren zur Wundreinigung
Ein entsprechendes Gerät steht von der Firma Söring
zur Verfügung. Das fahrbare Gerät besteht aus dem Ultraschallgenerator
mit einfach und fehlersicher zu bedienender Leistungsregelung, Handstücken
mit
Die erzeugte Ultraschallenergie wird in der Kontaktzone zwischen Sondenspitze und dem Biogewebe umgesetzt. Durch Ultraschall erzeugte Schwingungen können prinzipiell thermische und direkte mechanische Effekte sowie Kavitationen auslösen. Während thermische Effekte bei der Ultraschallwundreinigung vernachlässigt werden können, bewirken die direkten mechanischen Effekte in Verbindung mit der gleichzeitigen Flüssigkeitszufuhr über den Zentralkanal der Sonde eine Verstärkung des Spüleffektes.
Die medizinischen Vorteile der ultraschall-assistierten Wundbehandlung liegen in der nicht läsionalen Reinigung, der zusätzlichen Tiefendesinfektion durch die bakterizide Wirkung der Kavitationen bei gleichzeitiger Ausschwemmung von Bakterienrasen und abschottenden Fibrinbelägen. Dies fördert die Granulationsbildung und bewirkt durch Neutralisierung des sauren Wundmilieus eine nachhaltige Linderung des Wundschmerzes bei schmerzarmer Behandlung per se.
machen eine aufwändige
Sterilisation unnötig.
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Zahlen, Daten und Fakten (c) 2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy
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2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy