Das Lipödem –ein unterschätztes, zu wenig beachtetes und zu selten therapiertes KrankheitsbildLetzte Aktualisierung |
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1. Was ist ein Lipödem? Das sog. Lipödem wird vielfach als eine angeborene und schicksalhafte Störung des normalen Fettverteilungsmusters angesehen. Es äußert sich in der reithosenartigen Ausbildung der Oberschenkel, wo ein besonders starkes Fettwasserpolster vorliegt. Ein Lipödem gibt es jedoch auch an den Oberarmen, besonders dorsalseitig ausgeprägt. Vielfach wird dies von den Patienten nur als ein kosmetischer Mangel empfunden. Es kann jedoch aber durchaus auch schmerzhaft sein. Die symmetrisch ausgeprägte Fettverteilung kann Spannungsschmerz und Schweregefühl auslösen. Manchmal besteht auch eine Berührungsempfindlichkeit und ein vermehrtes Auftreten von Blutergüssen in diesem Bereich. Häufig sind die betroffenen Frauen (es betrifft nur das weibliche Geschlecht) nicht einmal selbst adipös, also übergewichtig, sondern weisen nur diese anomale Verteilung der Fettschicht auf.
2. Bedeutung des Lipödems Die Patienten leiden neben den o. erwähnten Beschwerden häufig auch stark unter der kosmetischen Beeinträchtigung. Über viele Jahre wurde dies jedoch einfach hingenommen und eben als schicksalshaft (angeboren) betrachtet.
3. Behandlungsmöglichkeiten des Lipödems Natürlich ist es sehr wünschenswert, dass kein Übergewicht besteht bzw. sollte das Normalgewicht erreicht werden. Sehr günstig ist jede Ausdauersportart, aber es sollte darauf geachtet werden, dass keine einschneidende, einengende Kleidung getragen wird.
Die konservative Therapie besteht außerdem in einer physikalischen Ödemtherapie mit Kompressionsbehandlung und Entstauungsgymnastik. Damit kann eine Verringerung der Wassereinlagerungen (Ödem) erreicht werden, aber dies ist natürlich immer nur ein vorübergehender Effekt. Die durch die Spannung des Gewebes bedingten Schmerzen lassen sich durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen und wiederholt durchgeführte Lymphdrainagebehandlungen verbessern. Allerdings kann dadurch nicht die Vermehrung der Fettzellen beeinflusst werden.
LiposuctionHier hat sich in den letzten Jahren mit der Liposuction eine äußerst vielversprechende Behandlungsmöglichkeit des Lipödems entwickelt. Durch das Absaugen der Fettzellen kann ein sehr günstiger Effekt erreicht werden. Die Liposuction muss aber mit den vorher genannten Behandlungsmaßnahmen zusammenwirken. Durch die Weiterentwicklung der Technik der Liposuction mit stumpfen Mikrokanülen mit Durchmesser von 2 bis 4 mm kann eine auch kosmetisch äußerst positive Verringerung des Fettpolsters erreicht werden. Zwei adjuvante Maßnahmen bei der Durchführung der Liposuction sind ebenfalls wesentlich: Die Durchführung in der Tumeszenz-Lokalanästhesie. Die Tumeszenz-Lokalanästhesie besteht im großflächigen Einspritzen von stark verdünntem, lokalem Betäubungsmittel. Durch die Aufschwemmung des Fettgewebes mit zusätzlichem Wasser wird während der Liposuction eine verringerte Schädigung des Bindegewebes und der Lymphbahnen von Blut und Lymphgefäßen erreicht. Eine weitere Verbesserung hat die Vibrationsliposuction gebracht. Durch die Vibrationsbewegung werden die Kanülen an der Spitze freigehalten und das Bindegewebe und die Gefäße, die ja geschont werden sollen, können sich dabei nicht an den Kanülen festsaugen.
Überraschenderweise hat sich dieses moderne Therapiekonzept noch nicht allgemein durchgesetzt und es ist vielen Kollegen unbekannt.
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Zahlen, Daten und Fakten (c) 2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy
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2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy