| Veränderung der Lebensqualität nach gefäßchirurgischen
Eingriffen
Unter gesundheitsbezogener Lebensqualität versteht man die subjektive
Gesundheit, die sich konzeptionell in die Bereiche "körperliche
Gesundheit" und "psychische Gesundheit" einordnen lässt.
Hierzu zählt man die körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche
Rollenfunktion, körperliche Schmerzen, allgemeine Gesundheitswahrnehmung,
Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit, emotionale Rollenfunktion und
psychisches Wohlbefinden.
200 Patienten wurden präoperativ und drei Monate postoperativ mit Hilfe eines
Fragebogens nach ihrer Lebensqualität befragt. Darunter waren 50 Patienten
mit pAVK, 50 Patienten mit Stenose der Arteria carotis interna und 100
Patienten mit Varicosis.
Patienten,
Material und Methode:
In
einer Fragebogenaktion wurden 205 gefäßchirurgische Patienten praeoperativ
und 3 Monate postoperativ mittels
des MOS SF-36 -Fragebogen zum
Gesundheitszustand zu ihrer Lebensqualität befragt.
Insgesamt
wurden 205 Patienten befragt, davon mit:
Peripherer
Arterieller Verschlusskrankheit:
55 Patienten (13 w, 42 m),
Durchschnittsalter: 64,82 Jahre (45-90),
Stadium II - IV n. Fontaine
Arteria-Carotis-Interna
– Stenose:
50 Patienten (17 w, 33m), Durchschnittsalter: 68,68 Jahre
(52-85),Stadium I – IV
Varikosis:
100 Patienten (76 w, 24 m), Durchschnittsalter: 54,40 Jahre (28-79)
Patienten
mit pAVK -
periphere arterielle Verschlußkrankheit:
Oberbegriff
für Erkrankungen, die durch Stenose oder Verschluß größerer
Gliedmassenarterien entstehen. Ca. 90 % der Arterienverschlüsse sind
degenerativ, bzw. arteriosklerotisch, ca. 10 % entzündlich bedingt. Selten
ist eine PAVK auch posttraumatisch, iatrogen oder embolisch entstanden.
Bei
der entstehenden Arteriosklerose wird die innere Arterienwand durch variable
Kombination geschädigt. Es kommt zur lokalen Ansammlung von Lipiden, Kohlehydraten,
Blutprodukten, Bindegewebe und Calciumablagerungen. Einblutungen können zu
einer lokalen Thrombose führen.
Bei
Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu einem Umbau der Gefäßwand und somit
zu einer Einengung des Gefäßlumens, was im Endstadium zum Verschluß des Gefäßes
führt.
Je
nach Symptomatik unterscheidet man vier Stadien der pAVK.. Die Einteilung
erfolgt nach Fontaine.
Zur
Entstehung einer pAVK tragen zahlreiche Risikofaktoren
bei. Hauptrisikofaktor ist zweifellos der Nikotinabusus. Zudem werden die
Wirkungen zusätzlicher Risikofaktoren, wie Diabetes mellitus, Hypertonus,
Hyperlipidämie, Hyperurikämie, Adipositas, Streß und Bewegungsmangel, die
Atherogenität durch das Rauchen potenzieren.
Einteilung
der pAVK nach der FONTAINE-Klassifikation in vier Stadien:
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FONTAINE-Klassifikation (Stadien):
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Stadium
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Symptomatik
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I
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Stenosen
oder Verschlüsse ohne klinische Symptome
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IIa
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Claudicatio
intermittens (Schaufensterkrankheit), beschwerdefreie Gehstrecke über
200 m
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IIb
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Claudicatio
intermittens, Gehstrecke unter 200 m
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III
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Ischämischer
Ruheschmerz bei Horizontallage, keine trophischen Störungen, muskuläre
Inaktivitätsatrophie
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IV
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Ischämischer
Ruheschmerz mit trophischen Störungen, Nekrose und Gangrän
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Behandlungsmöglichkeiten
der pAVK:
Jeder
Patient benötigt eine individuell abgestimmte Behandlung. Aus den Bedürfnissen
und Beschwerden des Patienten ergibt sich die Indikation zu einer gefäßchirurgischen
Behandlung.
Die
Therapie der pAVK ist je nach Stadium unterschiedlich. Im Stadium I beschränkt
man sich auf eine konservative Therapie,
wobei der Schwerpunkt auf dem Ausschalten der Risikofaktoren liegt, soweit möglich.
Vor allem die Nikotinkarrenz stellt eine Grundvoraussetzung zur
Behandlung einer pAVK dar. Durch ein programmiertes Intervall- und
Gehtraining kann die Elastizität der Gefäße verbessert werden. Durch eine
gesunde und angepaßte Lebensweise wird die Therapie der pAVK aktiv unterstützt.
Unbedingte
Voraussetzung zur Behandlung der Stadien IIa und IIb nach Fontaine ist die
Durchführung der Therapiemaßnahmen des Stadium I.
Die
Indikationsstellung zur gefäßchirurgischen Rekonstruktion in diesem Stadium
muß fließend sein, da der Grad der Einschränkung von jedem Patienten
unterschiedlich empfunden wird. Ein junger sportlich aktiver Mensch der auf
eine uneingeschränkte Gehstrecke angewiesen ist wird sich eher zu einer Gefäßrekonstruktion
entschließen als ein unsportlicher Mensch der auch noch einen sitzenden Beruf
ausübt.
Im
Stadium IIa hat die Geh- und
Bewegungstherapie Vorrang vor medikamentöser Therapie und rekanalisierender
Verfahren. Das Ziel besteht in der Entwicklung von Kompensationsmechanismen
der eingeschränkten Belastbarkeit. Steigerung der Ruhedurchblutung und
Optimierung der Durchblutungsreserven sind Ziele der Behandlung.
Die
Pharmakotherapie im Stadium II nach Fontaine nimmt Einfluß auf die Hämorheologie,
die Mikrozirkulation und Funktionsfähigkeit der Kollateralgefäße.
An
medikamentöser Therapie werden eingesetzt Thrombozytenaggregationshemmer
(ASS, Ticlopidin), vasoaktive Stoffe (Buflomedil, Pentoxifyllin, Naftidrofuryl,
Iloprost) und die orale Antikoagulation mit Cumarinen.
Im Stadium
IIb, bei Versagen des Gefäßtrainings auch schon im Stadium IIa, sind
gefäßrekonstruktive Maßnahmen indiziert, soweit durchführbar.
Die
gefäßchirurgischen Rekonstuktionsmöglichkeiten am Bein reichen von der
Thrombendarteriektomie (TEA), meist in Kombination mit einer
Patcherweiterungsplastik, über die perkutane Angioplastie bis hin zum
langstreckigen, manchmal bis zum Fuß reichenden Bypaß.
Leitsymptom
im Stadium
III nach Fontane ist der, vor allem nächtliche, Ruheschmerz. Er
stellt ein Alarmsignal für die beginnende Dekompensation des
Ruhestoffwechsels und den damit drohenden Extremitätenverlust dar. Eine
unverzügliche stationäre Therapie ist unumgänglich. Sofern möglich muß
die Palette der gefäßrekonstruktiven Möglichkeiten hier ausgeschöpft
werden. Ist eine Gefäßchirurgische Therapie nicht mehr möglich muß mit
vasoaktiver Infusionstherapie mit Prostanoiden (Iloprost, Alprostadil)
versucht werden die Extremität zu erhalten und die Amputation zu verhindern.
Durch die Ausschaltung des vegetativen Nervensystems, durch eine sog. lumbale
Sympathikolyse (CTLSL) kann der kollaterale Blutfluß gesteigert werden. Diese
stellt ein Computertomogramm-gesteuertes Behandlungsverfahren dar und belastet
den Patienten kaum.
Wichtig
in den Stadien III und IV sind , neben der Durchblutungsverbesserung, eine
suffiziente Schmerztherapie zur Therapie des Ruheschmerzes. Hierzu muß
stufenweise die ganze Palette der Analgetika ausgereizt werden, vom ASS bis
zum Morphin.
Im Stadium
IV nach Fontaine sind zusätzlich zu den Behandlungsprinzipien der
Stadien I-III auch die Grundsätze einer lokalen Ulkus-Nekrosentherapie zu
beachten, ganz besonders auch für den diabetischen Fuß. Hier gilt es den
Gewebsschaden so gering wie möglich zu halten, bzw. eine Gewebsregeneration
so viel wie möglich zu erreichen. Hierzu gehört auch die chirurgisch
notwendige Amputation evtl. auf eine Grenzzonen- oder Teilamputation zu beschränken
und, nach durchblutungsverbessernden Maßnahmen,
evtl. eine Ulcusbehandlung ergänzt durch eine Spalthautverpflanzung.
Gefäßchirurgische
Behandlungsmöglichkeiten:
An
gefäßchirurgischen Rekonstruktionsmöglichkeiten am Bein sind die
Standardverfahren Thrombendarteriektomie (TEA), oft mit
Patcherweiterungsplastiken, die perkutane Angioplastie (PTA) und die kurz-
oder langstreckige Bypaßversorgung. Unterstützend kann die
computertomogrammgesteuerte Sympathikolyse durchgeführt werden.
Gefäßchirurgische
Behandlungsmöglichkeiten bei pAVK:
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Femoralis-TEA
und Profundapatchplastik (Kombination mit CTLSL)
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Prothesenpatch
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Femoralis
superficialis - TEA
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Prothesenpatch
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Femoro
– poplitealer Bypass
(supragenual)
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Prothesenbypaß
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Femoro
– poplitealer Bypaß
(infagenual)
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Venenbypaß
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Femoro
– cruraler Bypass
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Venenbypaß
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Femoro
– pedaler Bypaß
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Venenbypaß
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Stufenplan
zur Therapie der pAVK:
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Stadium
I
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-
Ausschaltung aller Risikofaktoren, bzw. deren Behandlung
-
Intervall- und Konditionsgehtraining
-
gesunde Lebensweise und Ernährung
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Stadium
II
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-
Therapie
von Stadium I und zusätzlich
-
intensiviertes
Gehtraining nach Plan
-
konservative
Therapie mit rheologieverbessernden Medikamenten (Thrombozytenaggregationshemmer,
isovolämische Hämodilution)
-
gefäßchirurgische
Therapie (interventionell durch PTA, Bypaßversorgung oder TEA)
|
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Stadium
III
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-
Vermeidung
jeglicher Hautirritation
-
vasoaktive
Infusionstherapie (Prostanoide), iso- oder hypervolämische Hämodilution
-
Heparin
zur Prophylaxe thrombembolischer Komplikationen, evtl. Lysetherapie
-
Therapie
von Stadium II
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Stadium
IV
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-
lokale
Ulkus- und Nekrosenbehandlung
-
gezielte
Antibiose, suffiziente Schmerztherapie
-
chirurgische
und interventionell Noteingriffe, evtl. computertomogrammgesteuerte
lumbale Sympathikolyse (CTLSL)
-
Amputation
bei drohender Sepsis
-
Therapie
von Stadium II und III
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Patienten
mit Stenose der ACI:
Der
apoplektische Insult stellt in der Bundesrepublik Deutschland die dritthäufigste
Todesursache dar.
Spezifische
Behandlungsmöglichkeiten sind nach Auftreten eines Apoplexes nur bedingt möglich.
Häufig kommt es zu bleibenden Behinderungen oder den Tod des Patienten. So
spielt die Prävention des Apoplexes eine große Rolle. Dazu gehört das
Vermeiden von Risikofaktoren, wie Nikotinabusus, Hyperlipidämie, Hypertonie
und Adipositas.
Bei
bereits vorhandenen Gefäßveränderungen im Gehirn gibt es die Möglichkeit
der Verbesserung der Rheologie durch Gabe von Thrombozytenaggregationshemmern
(z.B.: ASS) und evtl. die Gabe von oralen Antikoagulanzien.
Diese
Medikamente sind jedoch nicht in der Lage bereits vorhandene Gefäßveränderungen
rückgängig zu machen.
Bei
höhergradigen Gefäßengstellungen besteht die Möglichkeit einer
Rekanalisation der hirnversorgenden Arteria carotis interna durch eine
Thrombendarteriektomie und somit einem Apoplex vorzubeugen.
Pathophysiologie
der ACI-Stenose:
Im
Rahmen der chronischen arteriellen Verschlußkrankheit kommt es zu einer
generalisierten sklerotischen Veränderung der Hirnarterien, sowie auch
extrakranieller Hirngefäße, bevorzugt der Carotisgabel mit dem Abgang der
Arteria carotis interna.
Es
kommt durch die höhergradige Stenose der ACI zur Reduktion des cerebralen
Blutflusses. Der aufgebaute Durchblutungsdruck fällt unter eine kritische
Grenze und es kommt zu einer Minderversorgung des
cerebralen
Gewebes mit Sauerstoff und Zucker. Zum anderen kann es durch Ablösung von
Plaques der stark sklerotischen ACI zum Verschleppen der Thromben in eine der
hirnversorgenden Hauptarterien kommen, was zu einem vollständigen arteriellen
Verschluß in einem bestimmten cerebralen Areal führt. Zu einem Apoplex durch
derartige Thromben kann es auch kommen, wenn diese aufgrund von Arrhythmien im
Herzen gebildet werden.
Indikationen
zur ACI-TEA als Apoplexprophylaxe:
a)
Hämodynamisch wirksame, symptomatische
ACI-Stenose:
Bei
einer hämodynamisch wirksamen ACI-Stenose mit einer Lumeneinengung von über
70% verringert der Perfusionsdruck im Gehirn so stark, daß ganze Areale des
Gehirns nicht mehr genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Es kommt zu Störungen der cerebralen Funktion. Durch die Thrombendarteriektomie
der ACI wird der cerebrale
Perfusionsdruck
wieder normalisiert und dadurch einem manifesten Apoplex vorgebeugt.
b)
Hämodynamisch wirksame, asymptomatische Stenosen:
Auch
bei hämodynamisch wirksamen, aber asymptomatischen Stenosen der Arteria
Carotis Interna von über 80% ist eine ACI- Thrombendarteriektomie anzuraten.
In diesen Fällen, sie stellen meist einen Zufallsbefund dar, kommt es zu
einem Apoplexrisiko von ca. 20%, d.h. jeder fünfte Patient mit entsprechender
Stenose aber ohne Symptomatik erleidet binnen eines Jahres nach
Diagnosestellung einen Apoplex, wenn nicht operiert wird. Zudem ist
computertomographisch nachgewiesen, daß es bei Patienten mit asymptomatischer
ACI-Stenose häufig zu stummen Infarkten kommt.
c)
Hämodynamisch nicht relevante ACI-Stenosen mit arteriosklerotischem
Ulcus:
Ein
arteriosklerotisches Ulcus stellt auch bei nur geringer, hämodynamisch nicht
wirksamer Stenose eine Operationsindikation dar. Bei den Ulcera kommt es zur
Streuung von kleinen Thromben und somit zu einem intracerebralen Gefäßverschluß
mit der Folge eines Apoplexes.
Gefäßchirurgische
Indikation zur TEA bei ACI-Stenose:
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a)
Alle hämodynamisch wirksamen, höhergradigen und höchstgradigen
symptomatischen ACI-Stenosen
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b)
Alle hämodynamisch wirksamen, höchstgradigen, asymptomatischen
Stenosen mit einem Stenosegrad von 80 % und höher.
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c)
Hämodynamisch nicht relevante ACI-Stenosen mit arteriosklerotischem
Ulcus
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Nach
der neurologischen Symptomatik werden bei der ACI-Stenose vier Stadien
unterschieden:
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Stadium
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Symptomatik
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I
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Klinisch
asymptomatische Stenosen oder Verschlüsse
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II
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TIA:
Transitorisch-ischämische Attacke. Meist brachiofazial betonte,
kontralaterale Halbseitensymptomatik mit Folgeremission innerhalb von 24
Stunden. Amaurosis fugax ?
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III
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PRIND:
Prolongiertes reversibles ischämisch-neurologisches Defizit. Länger
als 24 Stunden, bis zu 2 Wochen anhaltende reversible cerebrale
Ausfallserscheinungen
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IV
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Vollbild
des Apoplexes, keine vollständige Remission
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Chronisches
neurologisches Defizit nach großem Schlaganfall mit Halbseitenlähmung
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Patienten
mit Varikosis:
Definition:
Varikosis nennt man einen mit erheblicher Varizenbildung (vor allem an den
unteren Extremitäten) verbundenen Zustand. Als Varizen werden krankhaft
erweiterte, oft oberflächlich gelegene Venen bezeichnet, wobei die Dilatation
der Gefäße umschrieben oder streckenförmig ist, häufig mit Schlängelung,
bzw. Knäuelung verbunden und Venen verschiedenen Kalibers betreffen kann.
In
der Bevölkerung liegt der Anteil der Venenerkrankungen zwischen 15 und 20%.
Eine schwere behandlungsbedürftige Varikosis kommt bei ca. 5% der Bevölkerung
vor.
Risikofaktoren
für die Entstehung einer Varikosis:
a)
Genetische
Faktoren:
bis zu 77% aller Varizen sind erblich bedingt.
b)
Adipositas:
Die Adipositas als Faktor für die Genese einer Varikose wird unterschiedlich
diskutiert. Sie ist meist für eine Beteiligung der Leitvenen und dem
Venenklappenverlust mitverantwortlich. Bei stehenden Berufen ist die Inzidenz
der Varikose bis zu sieben mal höher.
c)
Schwangerschaft:
Durch den erhöhten intraabdominellen Druck in der Schwangerschaft kommt es
sekundär zu einem Rückstau im venösen System der Beine, demzufolge einem
erhöhten Druck mit der Folge der Gefäßerweiterung. Bei entsprechender
Disposition wird deshalb zum Tragen von Kompressionsstrümpfen in der
Schwangerschaft geraten.
Einteilung
der Varikosis in:
a)
Primäre Varikosis:
Sie stellt eine degenerative Erkrankung der subkutanen und intrakutanen Venen
dar und geht einher mit einer Erweiterung der V. saphena magna und/oder V
saphena parva mit
Klappeninsuffizienz.
Prädisponierende
Faktoren: Schwangerschaft, hormonelle Einflüsse, Adipositas, familiär
bedingte Disposition, wie Bindegewebsschwäche, statische Belastung durch
aufrechte Körperhaltung, verbunden mit unphysiologischer Belastung (stehender
Beruf, ungenügende körperliche Arbeit, fehlerhaftes Schuhwerk).
b)
Sekundäre Varikosis:
Stellt die Funktionsstörung von Venenwand und Venenklappen bei bekannter
Ursache dar. Sie bezieht sich auf Veränderungen der epifaszialen Stammvenen
im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms oder kongenitaler Dysplasien.
Häufigste
Grundleiden: Postthrombotisches Syndrom, portale Hypertension, Abdominaltumor
mit Venenstauung und andere tiefe Abflußhindernisse.
Formen
der varikösen Veneninsuffizienz:
a)
Besenreiser- (Hithen webs) und Spinnweben-Varizen (Spider webs):
Unregelmäßige
Erweiterungen der größeren Hautvenen ohne haemodynamische Bedeutung.
b)
Retikuläre Varikose: Oszolitäre Erscheinung ohne begleitende
Stammveneninsuffizienz.
c)
Ast- und Stammvarikosis:
Einteilung
der Stammvarikosis nach Hach:
Sie
erfolgt nach der Ausdehnung der Varizen am Bein aufgrund isuffizienter
Venenklappen.
Stadium I - Geringe
Klappenisuffizienz der Vena saphena magna
im Mündungsbereich
Stadium II - Insuffizienz
der Vena saphena magna bis oberhalb
des Knies
Stadium III - Insuffizienz
der Vena saphena magna bis unterhalb
des Knies
Stadium IV - Insuffizienz der Vena saphena magna bis zum Innen-
knöchelbereich
Untrennbar
von der Varikosis ist der Begriff der chronisch-venösen Insuffizienz (CVI).
Dieser umfasst sowohl Manifestationen der Varikosis, als auch des
postthrombotischen Syndroms der Beine. Einhergehend mit trophischen Venen-
und/oder Hautveränderungen. Veränderungen, welche sich morphologisch in drei
Schweregrade einteilen lassen.
Einteilung
der CVI nach Widmer:
Grad
I -
Körbchenvenen, "Corona phlebectatica", Ödeme
Grad
II -
Trophische Hautveränderungen mit Hyper- und
Depigmentierung u.s.w.
Grad
III - Florides oder abgeheiltes Ulcus cruris.
Diagnostik
der Varikosis:
Neben
der klinischen Untersuchung stellt heute die farbcodierte
Ultraschalluntersuchung das wichtigste Diagnostikum dar. Als ideales Verfahren
zur Lokalisationsdiagnostik und Abklärung insuffizienter Venen ist es frei
von Nebenwirkungen.
Durch
dieses Untersuchungsverfahren wurde die Phlebographie zur Therapieplanung
weitgehend überflüssig.
Mit
Hilfe des farbduplexcodierten Sonographie lassen sich sowohl eine
Phlebothrombose sehr gut und nebenwirkungsfrei diagnostizieren, wie auch eine
exakte präoperative Varizendiagnostik durchführen.
Präop.
markierte variköse Seitenäste und Perforansvenen bei Stammvarikosis
Therapiemöglichkeiten:
Entscheidend
zur Therapieplanung ist die Form
der Varikose.
Bei
kleineren, vorwiegend kosmetisch störenden
Varizenformen (retikuläre und Besenreiservarizen) besteht die Möglichkeit
der Sklerosierungsbehandlung.
Ein
dauerhafter Verschluß einer lumenstarken, ausgeprägten Varize ist durch
Sklerosierng kaum zu erzielen.
Die
Therapie der kleinen, oberflächlichen Venen ist möglich durch Sklerosierung
( Injektion eines Sklerosierungsmittels direkt in das Gefäß), durch die
Elektrokoagulation oder durch eine Argon-Lasertherapie.
Gefäßchirurgische
Therapiemöglichkeiten:
Die
chirurgische Therapie kommt überwiegend zur Behandlung der Mündungsklappeninsuffizienz
der V. saphena magna und V. saphena parva, der sogenannten
Leitveneninsuffizienz am Ober- und Unterschenkel und der Perforansinsuffizienz,
zum Einsatz.
Grundprinzip
der Erkrankung ist die Schlußunfähigkeit der Klappen vor der Einmündung ins
tiefe Venensystem. Diese führt zu einer Flußumkehr vom tiefen ins oberflächliche
Venensystem und dadurch zu einer permanenten hydrostatischen Belastung der
oberflächlichen Venen. Durch die chirurgische Varizentherapie
kommt es zu einer Unterbrechung des pathogenetischen Kreislaufs durch
die Unterbindung und Beseitigung der insuffizienten Verbindungsvenen zwischen
tiefem und oberflächlichem Venensystem.
Voraussetzung
einer guten und suffizienten Venenchirurgie ist die exakte präoperative
Markierung der Lage der Varizen und Perforansvenen. Dies geschieht heute mit
Hilfe der farbcodierten Duplexsonographie.
Therapeutisches
Vorgehen bei Varikosis:
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Varizenform
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Therapie
|
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Stammvarikosis
der Vena saphena magna et parva, Mündungsklappeninsuffizienz
|
Operation
|
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Perforansinsuffizienz
(Cockett-, Boyd-, Dodd-Perforansvenen)
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Operation
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Seitenastvarikose,
isoliert am Oberschenkel oder kombiniert mit Stammvarikose
|
Operation
und/oder
Sklerotherapie
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Retikuläre
und Besenreiservarikose
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Sklerotherapie
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Abgeheiltes
Ulcus cruris nach Therapie und Spalthautdeckung
Meßinstrumente
und Datenerhebung:
Medical
Outcomes Trust Short Form - 36
Health Survey:
Der
SF-36 ist ein krankheitsübergreifendes Meßinstrument zur Erfassung der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patienten. Der SF-36
erfasst
8 Dimensionen, die sich konzeptuell in
die Bereiche "Körperliche Gesundheit" und "Psychische
Gesundheit" einordnen lassen: Körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche
Rollenfunktion, körperliche Schmerzen, allgemeine Gesundheitswahrnehmung,
Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit, emotionale Rollenfunktion und
psychisches Wohlbefinden.
Einsatzbereich:
Ab 14 Jahre, Einsatz im klinischen Bereich und in der epidemiologischen
Forschung.
Bearbeitungsdauer:
ca. 10 Minuten für den Gesamtfragebogen SF-36.
Der
ursprünglich für die Anwendungen in den Vereinigten Staaten entwickelte
SF-36 wird für den internationalen Gebrauch übersetzt und adaptiert durch
das International Quality of Life
Assessement (IQOLA). (Aaronson
et al., 1992, Wear et al. 1994), die Entwicklung und Bearbeitung der
deutschen Form des SF-36 erfolgte durch die Arbeitsgruppe um Frau
Prof. Dr. Monika Bullinger, früher Institut für Medizinische Psychologie
der Ludwig Maximilians Universität München,
jetzt Abteilung für Medizinische Psychologie der Universität Hamburg.
Wie
oben bereits angeführt wurde, sind über den SF-36 bereits über 500
Publikationen erschienen. Seit der 1. Publikation durch das New England
Medical Center Health Institut 1988 ist die Zahl der Publikationen im Jahre
1996 bis auf 179 angestiegen.
Übersetzung
und Anpassung des englischsprachigen SF-36 fanden in über 40 Ländern statt
(z.B. 2, 12, 20, 64, 80, 61, 84, 89), über 12 Länder haben eigene nationale
Normen für den SF-36 entwickelt. Bis 1996 wurde dieses Meßinstrument bei über
130 Erkrankungen eingesetzt.
Weitere
Informationen kann man über das Internet, auf der Website www.sf-36.com und
www.qmetric.com erhalten.
Mittels
Internet-Kontakt mit dem Medical Outcomes Trust, Boston, wurde die Lizenz zur
Benutzung des SF-36 erteilt. Die deutsche Version mit allen zur Auswertung nötigen
Unterlagen und einer mitgelieferten Diskette zur Auswertung für das
Statistikprogramm SAS oder SPSS ist über die Testzentrale Göttingen,
Robert-Bosch-Breite 25, 37079 Göttingen zu erwerben oder über die
Testzentrale online: www.testzentrale.de., anzufordern.
Gesundheitskonzepte,
Item-Anzahl und Item-Stufen, sowie
Inhalt der 8 SF-36 Skalen
und des Items zur Veränderung des
Gesundheitszustandes:
|
Konzepte
|
Item-Anzahl
|
Anzahl
der Stufen
|
Beschreibung
des Konzeptes
|
|
Körperliche
Funktionsfähigkeit
|
10
|
21
|
Ausmaß,
in dem der Gesundheitszustand körperliche Aktivitäten, wie
Selbstversorgung, Gehen, Treppensteigen, Bücken, Heben und
mittelschwere oder anstrengende Tätigkeiten beeinträchtigt
|
|
Körperliche
Rollenfunktion
|
4
|
5
|
Ausmaß,
in dem der körperliche Gesundheitszustand die Arbeit oder andere tägliche
Aktivitäten beeinträchtigt, z.B. weniger schaffen als gewöhnlich,
Einschränkungen in der Art der Aktivitäten, oder Schwierigkeiten,
bestimmte Aktivitäten auszuführen
|
|
Körperliche
Schmerzen
|
2
|
11
|
Ausmaß
an Schmerzen und Einfluß der Schmerzen auf die normale Arbeit, sowohl
im, als auch ausserhalb des Hauses
|
|
Allgemeine
Gesundheitswahrnehmung
|
| |