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Die Chirurgie der Blutgefäße,
also der Arterien und Venen hat nach intensiver Grundlagenforschung
Anfang des 20. Jahrhunderts in den 50er Jahren und in der Folge rasch an
Bedeutung und Umfang zugenommen (Alterstruktur). Die Anfänge waren
geprägt von der Suche nach den richtigen Gefäßnähten,
Bypassmaterialien - Kunststoff - und den schondendsten Operationsverfahren.
In jüngster Vergangenheit hat nochmals eine stürmische Entwicklung
eingesetzt, wobei es nun darum geht, Gefäßerkrankungen ohne,
oder mit minimalen Operationen, zu therapieren.
Im wesentlichen werden heute folgende
arterielle und venöse Erkrankungen behandelt:
Der arterielle Verschluss
- akut oder chronisch.
Umschriebene Gefäßerweiterungen
(Aneurysmen)
Kompressionssyndrome - Einengungen
der Gefäße und Nerven von außen
Angeborene Gefäßmissbildungen
Gefäßverletzungen
Hämodialyse-Zugänge
(Gefäßzugänge um eine Blutwäsche durchzuführen)
Konservative, medikamentöse Gefässtherapie
Krampfaderleiden
(Varikosis)
Zur Diagnostik der Gefäßerkrankungen
steht das gesamte Aresenal an modernsten Geräten zur Verfügung,
wobei der cw-Doppler und die Ultraschall-Duplex-Sonografie sowie die Lichtreflexionsrheografie
und der VVP (Venenverschlussplethysmograph) technische Untersuchungsmethoden sind, die keine Kontrastmittelgabe
beinhalten. Invasivere Methoden sind die Computertomografie (CT) und digitale
Subtraktionsangiografie (DSA) sowie die Magnetresonanztomografie (MRT).
Neben der rein operativen Therapie
können wir in der Klinik für Gefäßchirurgie am
BHZ Vogtareuth auch sämtliche Verfahren der interventionellen endovaskulären
Therapie anbieten.
Im Rahmen der arteriellen Verschlusskrankheit
kann es auch zu Durchblutungsstörungen des Gehirns kommen, die einen
Schlaganfall nach sich ziehen kann. Wenn hierbei eine Engstelle (Stenose)
in der Halsschlagader liegt, so kann diese operativ korrigiert werden.
Im Bauchraum liegt der Schwerpunkt
auf der Behandlung von Verschlüssen der Bauchschlagader, der Nierenarterien
und der Eingeweidearterien.
Durchblutungsstörung der Beine (pAVK), bekannt auch als "Schaufensterkrankheit"
oder "Raucherbein"
können mit allen Formen der Bypasschirurgie bis hin zum Fuß
behandelt werden (crurale und pedale Bypässe). Auch hier kommen alle
Formen der "interventionellen Therapie" zum Tragen.
Umschriebene Gefäßerweiterungen
(Aneurysmen) können in allen Gefäßregionen vorkommen.Allerdings
sind sie vorrangig in der Bauchschlagader (Aorta abdominalis ) gelegen.
An Hand einer sehr subtilen Diagnostik kann dann entschieden werden,
ob solch eine Gefäßerweiterung operativ oder mittels eines "interventionellen"
Verfahrens behandelt werden kann. Beide Optionen stehen uns zur Verfügung.
Links sehen Sie eine
hochgradige Einengung der Arterie oberhalb des kniegelenks, die dann
aufgedehnt (Angioplastie) und (minimal invasiv) mit einer
Gefäss-Endoprothese (Hemobahn GORE) versehen worden ist. Rechts ist
das Ergebnis der Kontrollangiografie mit freier Durchgängigkeit des
Gefässes dargestellt. |
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Bei der interventionellen Therapie,
und diese ist vollständig in die Klinik integriert, können
Engstellen der Gefäße mittels Ballonkatheter aufgedehnt
werden.
Gelegentlich muss das aufgedehnte Areal mittels eines kleinen eingebrachten
Metallgitters einer Gefässstütze(Stent) gesichert werden
(ohne Operation). Längerstreckige Gefäßverschlüsse
können unter besonderen Gegebenheiten mittels einer eingebrachten
endvasculärenProthese überbrückt werden (auch ohne Operation).
Bei den umschriebenen Gefäßerweiterungen (Aneurysmen)
ist man heute bei ca. einem Fünftel der Fälle in der Lage, diese
mittels eines interventionellen Verfahrens zu therapieren, so dass
hier nur eine kleine Operation notwendig ist.
Kompressionssyndrome der
Schulterarterien bzw. Nerven mit nervalen oder zirkulatorischen Beschwerden
der betroffenen Hand sind einer operativen Therapie gut zugänglich.Ebenso
im Bauchraum und in der Kniekehle.
Angeborene Gefäßmissbildungen
werden in vielen Fällen kombiniert, d.h. operativ und interventionell
therapiert.
Bei Gefäßverletzungen
steht der Zeitfaktor im Vordergrund, da die Durchblutungsunterbrechung
nur begrenzt vom Gewebe toleriert wird. Aus diesem Grund steht ein Notfalloperationsraum
rund um die Uhr zur Verfügung.
In der Dialyse-Shuntchirurgie
wird eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und Vene geschaffen,
welche die Voraussetzung ist, um eine Hämodialyse (Blutwäsche)
bei Funktionsverlust der Niere durchzuführen. Auch
hier sind gelegentlich kurzfristige Operationen notwendig, um die Dialysefähigkeit
von Patienten wieder herzustellen.
Durchgeführt werden auch Implantationen
von intravasalen Kathetern und Portsystemen, beispielsweise
für die onkologische Therapie.
Unter gewissen Voraussetzungen
können verschlossene Gefässe mit einer hochpotenten medikamentösen
Therapie wieder eröffnet werden(Lyse)um dann einer definitiven
Versorgung zugeführt zu werden (Operation oder interventionelle Therapie).Eine
weitere Form der medikamentösen Therapie ist die intavenöse Verabreichung
hochwirsamer Prostaglandiene die zu einer maximalen Weitstellung
der Gefässe führt.
Bei den venösen Gefäßerkrankungen
reicht das Behandlungsspektrum von der Therapie von Venenthrombosen, moderner
Varizenchirurgie bis zur Verödungstherapie von Besenreisern.
Gefässchirurgie im Wandel
der Zeit
Leider wird die Gefässchirurgie
von Laien meistens mit der Chirurgie der „Krampfadern“ assoziiert.
Zweifellos ist auch die chirurgische
Behandlung der Varicosis ein gefässchirurgisches Gebiet, das spezielle
Kenntnisse in der Diagnostik und Therapie verlangt.
Die Krampfaderchirurgie, die von
einer Vielzahl verschiedener Fachdisziplinen, wie Hautärzten, Allgemeinchirurgen
oder auch anderen Fachdisziplinen durchgeführt wird, ist bei weitem
nicht so einfach, wie weithin angesehen und erfordert eine subtile Diagnostik
und exakte chirurgische Technik, um befriedigende Ergebnisse zu erreichen.
Hauptgebiet der Gefässchirurgie
ist jedoch die Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit, der sog.
„Schaufensterkrankheit“.
Mit Zunahme der Lebenserwartung
der Menschen und dem unverändert hohen Missbrauch an Nikotin ist die
Zahl der an arteriosklerotisch bedingten Durchblutungsstörungen leidenden
Patienten ständig am anwachsen.
Ausser den Verschlussprozessen
der Gefässe werden von der Gefässchirurgie jedoch auch krankhafte
Erweiterungen der Gefässe, die Aneurysma-Krankheit, behandelt.
In den Behandlungsmöglichkeiten
der Gefässchirurgie hat sich in den letzten Jahren ein erheblicher
Wandel vollzogen.
Zu den früher üblichen,
rein gefäßchirurgischen Techniken des Bypasses, also der Umleitung
des Blutflusses um einen verschlossenen Gefässbezirk, oder der Ausschälplastik,
der Thrombendarteriektomie, sind die sog. endovaskulären Verfahren
gekommen.
Diese bestehen in der Ballonkatheterdilatation,
der Angioplastie, und dem Einbringen von Gefässstützen aus Metall
(Stents) oder auch dem längerstreckigen Einbringen von endovaskulären
Gefässprothesen (Endobypässe).
Gerade das letztere Verfahren hat
in jüngster Zeit viel Publicity gefunden, da hierbei z.B. Aortenaneurysmen,
also Erweiterungen der Bauchschlagadern durch Gefässprothesen ausgeschaltet
werden, die durch das Gefässlumen von der Leiste aus eingebracht werden
können.
Ebenso kann die längerstreckige
arterielle Verschlusskrankheit durch Endoprothesen behandelt werden und
die nach wie vor wichtigen klassischen Operationen werden durch diese Verfahren
ergänzt.
An medikamentöser Therapie
sind hochwirksame (und leider aber auch sehr teure) Verfahren dazugekommen,
die Prostaglandin-Therapie, die eine maximale Weitstellung von noch verbliebenen
Gefässen herbeiführen und damit eine Durchblutungssteigerung
bewirken kann. Ein weiterer Pfeil im „Köcher“ der gefässchirurgischen
Behandlungsmöglichkeiten ist die Lyse-Therapie.
Hier werden auf medikamentösem
Wege Gerinnsel in der Gefässstrombahn wieder aufgelöst.
Diese Medikamente können direkt
über ganz dünnlumige Katheter in die zum Verschluss führenden
Gerinnsel gespritzt werden.
Alle diese Verfahren müssen
zusammenwirken und zur Verfügung stehen, um eine erfolgreiche Behandlung
der arteriellen Verschlusskrankheit zu ermöglichen.
Dies ist in idealer Weise an der
Fachabteilung für Gefässchirurgie gegeben, bei der sowohl die
Diagnostik durch die Röntgendarstellung der Gefässe (Angiographie),
wie auch die Untersuchung von Gefässverengungen durch Ultraschall
(farbcodierte Duplexsonographie) durchgeführt werden.
Die Anwendung der vorher beschriebenen
Technik muss jeweils nach optimaler Wirksamkeit und in Ergänzung der
einzelnen Techniken untereinander in sorgfältiger Auswahl erfolgen.
Jedes isoliert und einzeln angewendetes
Verfahren schöpft nicht alle Möglichkeiten aus.
So kann z.B. durch eine Ballondilatation
von Verengungen der Beckengefässe und die Anlage eines Bypasses von
der Leiste zum Unterschenkel erst den maximalen Erfolg bedeuten, bzw. auch
eine weitere Ergänzung finden, indem peripher durch Gerinnsel verschlossene
Gefässe über einen Katheter durch eine Lyse wieder frei gemacht
werden.
Allerdings werden gerade die Ballondilatationstechniken
häufig viel zu unkritisch und unüberlegt voreilig angewandt und
können dann sogar neben einer nutzlosen Verschwendung von Krankenkassengeldern
auch zu einer Verschlechterung der Durchblutungssituation führen.
Die Auswahl ist entscheidend und
daß man eben mit allen Behandlungsmöglichkeiten vertraut ist.
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