| Häufig gestellte Fragen zu Durchblutungsstörungen |
| Kalte Füsse, taube Finger und Füße!
Was steckt dahinter? Vor
allem Frauen klagen über oben genannte Symptome, die in der Regel
durch eine Überreaktion des vegetativen Nervensystems verursacht
werden. Warum gerade junge Frauen davon betroffen sind ist nicht geklärt. Man kann regelmäßig solche Erscheinungen aber sehr gut behandeln, indem man entsprechende Reize bewusst auslöst. Durch Wassertreten in einer Badewanne mit kaltem Wasser kann so die Reizschwelle zur Auslösung dieser Reaktion enorm angehoben werden, so dass die Finger und Füße nicht auf so leichte Reize reagieren. Auch Wechselduschen, d.h. abwechselnd heiß und kalt, hat einen ähnlichen Effekt. Können kalte Füsse auch auf andere krankhafte Veränderungen hinweisen? Ja. Vor allem bei älteren Menschen bestehen infolge der Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Engstellen in den Schlagadern, wodurch vor allem die vom Herzen weit entfernten Körperregionen (Hände und Füße) geringer oder kaum durchblutet werden. Das Ergebnis ist gleichermaßen Kältegefühl. Im Unterschied zur ogen genannten nervlichen Ursache der Störung bestehen bei Arterienverkalkung vor allem in den Beinen, aber auch Muskelschmerzen, die durch Bewegung auslösbar sind. Ab welchem Alter tritt Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung") auf? Amerikanische Studien an jungen, in Vietnam gefallenen Soldaten haben gezeigt, dass bereits im Alter von weniger als 30 Jahren eine Arteriosklerose vorliegen kann. Wie kann man selbst erkennen, ob bereits Durchblutungsstörungen vorliegen? Geringe oder beginnende Veränderungen der Gefäße machen dem Betroffenen keinerlei Beschwerden, so dass erst bei fortgeschrittener Erkrankung oben genannte Beschwerden auftreten. Typische Anzeichen sind Schmerzen der Beine beim Treppensteigen oder Wadenschmerzen bei raschem Gehen. Wodurch entstehen diese Muskelschmerzen? Durch Muskelarbeit steigt der Nährstoff- und Sauerstoffbedarf in den Muskeln. Dieser erhöhte Bedarf muss durch erhöhte Blutzufuhr gedeckt werden. Dies wird durch eine vermehrte Herzarbeit und Weitstellung der Muskelarterien gewährleistet. Im Falle einer Schlagaderverkalkung mit Engstellungen zwischen Herz und Muskulatur ist diese Steigerung des Blutflusses in den Muskeln nicht möglich, da an den Engstellungen der kranken Gefäße zu wenig Blut passieren kann. Es kommt zu Sauerstoffmangel sowie Nährstoffmangel. Die Muskulatur wird "sauer" und schmerzhaft. Warum gibt es solche Muskelschmerzen an den Beinen auch nachts ohne Belastung? Bei fortgeschrittener Arterienverkalkung reicht der nachts übliche Abfall des arteriellen Blutdrucks aus, um die Durchblutung in die Muskeln so stark einzuschränken, dass der Ruhebedarf der Muskulatur auch ohne Betätigung nicht mehr gedeckt werden kann. Die Folge sind dann erneut Muskelschmerzen, vor allem in den Waden und Oberschenkeln. Können Schmerzen durch Mangeldurchblutung auch an anderen Körperstellen entstehen? Ja. Auch andere
Körperregionen können Schmerzen bereiten, wenn die Gefäße
dort verengt sind, z.B. der sog. Raucherbauch.
Viele ältere Menschen klagen über geschwollene Knöchel und "Wasser in den Beinen", sind diese Beschwerden auch Folgen einer Mangeldurchblutung? Nein. "Wasser
in den Beinen" oder geschwollene Knöchel, vor allem nach langem
Stehen, deuten auf eine gestörte Pumpfunktion des Herzens hin.
Es entsteht in einem solchen Fall vor dem Herzen ein Rückstau
des zurückfließenden Blutes bis in die Beine mit erhöhtem
Blutdruck in den Venen, so dass weniger Flüssigkeit aus dem Körpergewebe
in die Venen aufgenommen wird. Die Flüssigkeit verbleibt im Körpergewebe,
dieses wird in der Folge vor allem in den Unterschenkeln "aufgeschwemmt".
Wie entstehen Krampfadern und wieso sind vor allem Frauen betroffen? Faktoren für
die Ausbildung von Krampfadern sind häufig eine angeborene Bindegewebsschwäche
und allgemeine Bewegungsarmut, z.B. bei Personen, die ihrer
täglichen Arbeit im Sitzen nachgehen. Können Kopfschmerzen oder Migräneattacken von Durchblutungsstörungen ausgelöst werden? Nein. Migränekopfschmerzen
beruhen auf einer kurzfristigen Fehlsteuerung der kleinen Hirngefäße.
Hierbei entsteht in den Muskelzellen der Gefäßwand ein
akuter "Gefäßkrampf", den der Patient als Kopfschmerz
wahrnimmt. Was haben Schwindelanfälle mit der Hirndurchblutung zu tun? Schwindel
kann durch eine Vielzahl verschiedener Mechanismen ausgelöst
werden. So können eine mangelhafte Blutdruckregulation im arteriellen
Kreislauf oder eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr
Schwindelattacken auslösen. Sobald diese und weitere häufige
Ursachen für die Schwindelattacken ausgeschlossen wurden, müssen
auch Arterienverkalkungen (Arteriosklerose der hirnversorgenden Gefäße)
als seltene Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen werden.
Typische und spezifische
Zeichen für eine kritische Mangeldurchblutung des Gehirns sind
zeitweilige Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle
in einem Arm oder Bein. Diese können wenige Minuten bis dauerhaft
auftreten (in letzterem Fall bedeutet dies, dass bereits Teile des
Gehirns aufgrund der Durchblutungsstörung abgestorben sind =
Schlaganfall). Kann auch zu wenig Trinken zu Durchblutungsstörungen führen oder diese fördern? Ja, weil durch
Flüssigkeitsmangel das Blut "eingedickt "und zähflüssiger
wird, als dadurch der Blutfluss in den kleinsten Gefäßen
insgesamt verlangsamt wird bzw. entstehende kleine Gerinnsel kleine
Gefäße verlegen können. Merke:
Bei Durchblutungsstörungen des Gehirns gehört die Mineralwasserflache
auf den Nachttisch. Wie kann man ganz allgemein Durchblutungsstörungen vorbeugen? Wichtigster
Punkt hierbei ist das Ausschalten bzw. Vermeiden von Risikofaktoren:
Rauchen, erhöhter arterieller Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte,
erhöhte Harnsäure, erhöhte Blutzuckerwerte oder Übergewicht
sowie übermäßiger Stress sind allgemein anerkannte
Faktoren, die Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung") fördern.
Welche Medikamente helfen bei Mangeldurchblutung? Allgemein
anerkannt und teils durch sehr aufwendige Studien belegt ist die Wirkung
der Azetylsalizylsäure, welche auch in höherer Dosis als
Schmerzmittel (Aspirin) verwandt wird. Azetylsalizylsäure verhindert
die Verklebung von Blutplättchen zu großen Klumpen in den
Gefäßen, welche zu kleinen Gefäßverschlüssen
oder zumindest zu einer Verschlechterung des Blutflusses führen
können. Wann ist ein chirurgischer Eingriff zur Verbesserung der Durchblutung unumgänglich? Chirurgische Eingriffe sind
in besonders schweren Fällen von Durchblutungsstörungen
mit Gewebsuntergang oder durchblutungsbedingte Schmerzen schon in
Ruhe an Händen und Füßen unumgänglich wenn andere
Möglichkeiten (z.B. Ballonkatheteraufdehnung oder Auflösung
eines Gerinnsels im Gefäß durch Medikamente) ausgeschlossen
sind. In solchen Fällen wird eine Gefäßoperation mit
Umgebung des verschlossenen Bezirkes über einen Bypass entweder
aus körpereigener Vene oder aus Kunststoffmaterial durchgeführt.
Wichtig zu wissen ist, dass die einzelnen Therapieverfahren
meist nicht alternativ eingesetzt werden können, sondern für
eine bestimmte Art von Durchblutungsstörung jeweils eine bestimmte
Behandlungsform überlegen ist. In speziellen Einzelfällen
können verschiedene Behandlungsmethoden auch ergänzend angewandt
werden. |
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Inhalt,
Zahlen, Daten und Fakten (c) 2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy
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2002 Prof. Dr. Stefan von Sommoggy