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Soll die Behandlung durch eine Operation
(Carotis-TEA) oder durch eine Ballonkatheterdilatation
(Carotis-PTA) erfolgen?
Aktuell:
EVA-3S
Studie Eva-3S Studie Eva-3S
Studie
Karotisstenosen:
Riskante Stents – Atherektomie
(= Operation = Carotis-TEA) bleibt überlegen
Montag, 23. Oktober 2006
Paris - Die Platzierung eines Karotisstents ist weniger invasiv als eine
Endarteriektomie. Die akute Komplikationsrate ist jedoch deutlich höher,
was in einer Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (NEJM
2006; 355: 1660-1671) den Ausschlag zugunsten der konventionellen Operation
gab.
Die „Endarterectomy versus Angioplasty in Patients with Symptomatic
Severe Carotid Stenosis“ oder EVA-3S-Studie ist die
fünfte von acht randomisierten Vergleichsstudien, die vorzeitig abgebrochen
wurde, weil die Stent-Implantation sich als komplikationsträchtiger
erwies als vorhergesagt. Genau genommen wurde die EVA-3S-Studie
sogar zweimal abgebrochen.
Zur ersten Unterbrechung kam es, als klar wurde, dass ein „Embolic
Protection Device“ die Zahl der Schlaganfälle senkt, zu denen
es unmittelbar nach der Stent-Implantation und durch sie ausgelöst
kommt. Beim „Embolic Protection Device“ handelt es sich um
einen regenschirmförmigen Filter. Er wird vor der Implantation des
Karotisstents in der Halsschlagader aufgeschlagen und soll Embolien auffangen,
die sich bei der Stent-Implantation von der Gefäßwand lösen.
Dadurch wird verhindert, dass die Emboli im Gehirn die Endstrombahn von
Arterien verlegen und einen Schlaganfall auslösen. Dies hat jedoch
die EVA-3S-Studie nicht mehr retten können.
Wie die Gruppe im Jean-Louis Mas vom Hôpital Sainte-Anne in Paris
berichtet, kam es bei 9,6 Prozent
der Patienten in den ersten 30 Tagen nach der Stent-Implantation
zu einem Schlaganfall oder zum Tod. Die Rate war damit
doppelt so hoch wie nach der chirurgischen Endarteriektomie, nach
der 3,9 Prozent der Patienten dieses Schicksal erlitten, statt
die erhofften Vorteile einer verbesserten Hirndurchblutung zu erhalten.
Auch die Rate der schweren Schlaganfälle oder Todesfälle war
mit 3,4 versus 1,5 Prozent signifikant erhöht. An der Studie hatten
527 Patienten mit einer symptomatischen Karotis-Stenose mit einer Lumeneinengung
von mindestens 60 Prozent teilgenommen.
Erst vor wenigen Wochen war im Lancet (2006; 368:1239-1247) die unter
Leitung der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg durchgeführte
„Stentgestützte Angioplastie der Carotis versus Endarteriektomie“
oder SPACE-Studie ebenfalls zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen.
An dieser Studie sollten ursprünglich sogar 1.900 Patienten teilnehmen,
um die Non-Inferiorität, das heißt die Überlegenheit der
Karotisstents über die Stent-Implantation zu belegen. Nach einer
Zwischenauswertung mit 1.200 Patienten wurde die Studie abgebrochen, weil
das Ziel nicht mehr erreichbar war. Auch hier kam es in den ersten
28 Tagen häufiger nach Stent-Implantation als nach der Endarteriektomie
zu einem ipsilateralen Schlaganfall oder zum Tod (6,84 versus 6,34 Prozent),
auch wenn der Unterschied nicht so deutlich (nicht signifikant) wie in
der EVAS-35-Studie war.
Diese beiden und weitere kleinere Studien konnten damit nicht die hoffnungsvollen
Ergebnisse der „Stenting and Angioplasty with Protection in Patients
at High Risk for Endarterectomy“ oder SAPPHIRE-Studie bestätigen,
die vor zwei Jahren zur Zulassung der ersten Karotisstents in den USA
geführt hatte. In dieser bereits 2002 vorgestellten Studie hatten
zwar ebenfalls 5,8 Prozent der Patienten nach Stent-Implantation den Endpunkt
aus Schlaganfall, Herzinfarkt oder Tod erreicht. Doch in der Vergleichsgruppe
waren es 12,6 Prozent gewesen, was nach Ansicht des Editorialisten Anthony
Furlin von der Cleveland Clinic wohl vor allem auf den hohen Anteil kardial
vorgeschädigter Patienten zurückzuführen ist (NEJM 2006;
355: 1726-1729).
Bei den Medizinern haben diese doch sehr widersprüchlichen Ergebnisse
eine Diskussion darüber ausgelöst, welche Patienten möglicherweise
den größten Nutzen von einer Stent-Implantation haben. Nach
der SAPPHIRE-Studie könnten dies die kardial vorgeschädigten
Patienten sein, bei denen die Operationsrisiken zu hoch sind. Die Verwendung
eines Stents mit „Embolic Protection Device“ erscheint jetzt
obligat, bietet aber nach den Ergebnissen der SPACE-Studie keine Garantie
für eine Überlegenheit. Auch eine „Lernkurve“ könnte
– wie auch bei der Endarteriektomie – eine Rolle spielen.
Bevor diese Fragen geklärt sind, kann nach
Ansicht von A. Ross Naylor von der Leicester Royal Infirmary keine Empfehlung
für die Stent-Implantation gegeben werden (Lancet 2006; 368: 1215-1216).
Weitere Erkenntnisse sind unter anderem von der laufenden „Carotid
Revascularization Endarterectomy versus Stenting Trial“ oder CREST-Studie
zu erwarten). Diese von den US-National Institutes of Health finanzierte
Studie fordert von den Ärzten eine hohe Erfahrung in der Stent-Implantation.
Außerdem kommen nur Stents mit „Embolic Protection Device“
zum Einsatz. Die Studie soll 2.500 Patienten einschließen –
wenn sie nicht vorher abgebrochen wird. © rme/aerzteblatt.de
Soll die Behandlung durch eine Operation
(Carotis-TEA)
oder durch eine Ballonkatheterdilatation
(Carotis-PTA)
erfolgen?
Diese Karikatur ist
zwar humorvoll gemeint. die Aussage ist jedoch nicht besonders humorvoll
und wird dem Ernst des Krankheitsbildes nicht gerecht..
Der
Schlaganfall (Apoplex) wird weithin immer noch unterschätzt und schicksalhaft
hingenommen. Diese Einschätzung ist jedoch völlig falsch..
Es konnte
inzwischen eindrucksvoll und eindeutig gezeigt werden, dass der Schlaganfall
eine akute Notsituation darstellt, die einer möglichst schnellen
Diagnostik und manchmal einer aggressiven Therapie bedarf, wie
z.B. der Lyse-Therapie, mit der Gerinnsel im Hirnkreislauf aufgelöst werden
können.
Damit können
die Auswirkungen eines Schlaganfalls deutlich vermindert oder erheblich
gebessert werden und natürlich muss diese aggressive Therapie im Krankenhaus
( am besten in sog. "Stroke-Units", also Schlaganfall-Spezialeinheiten,
die über die nötige intensivmedizinische und diagnostische Ausstattung
verfügen) erfolgen.
250
000 Schlaganfälle finden in Deutschland im Jahr etwa statt.
Der
Schlaganfall stellt die dritthäufigste Todesursache mit etwa 100
000 Todesfällen dar.
Der
Verlauf ist trotz aller Möglichkeiten der modernen Medizin immer noch
sehr unbefriedigend, denn 50 bis 80 % der betroffenen Patienten
werden Pflegefälle.
Etwa
80 % der Schlaganfälle sind durch eine Durchblutungsstörung bedingt.
In
etwa 40 000 Fällen, also etwa 15 bis 20 % liegt
eine so hochgradige Einengung der hirnversorgenden Gefäße
(vorwiegend Carotis interna) vor, dass die Durchblutung vermindert ist
und die Verengung damit hämodynamisch wirksam ist.
Eindeutig
ist bewiesen, dass die Beseitigung von solchen hochgradigen Verengungen
der Hirnschlagader die wirksamste Form einer Schlaganfallprophylaxe darstellt.
Angesichts
der extrem hohen Folgekosten eines Schlaganfalls ist die Behandlung äußerst
kosteneffektiv, ganz abgesehen davon, was für einen entscheidenden
Gewinn sie für den Patienten bedeutet.
Gegenüber
diesen Schätzungen von etwa 40 000 betroffenen Patienten finden aber nur
annähernd die Hälfte eine entsprechende Therapie in Form einer Operation
der Verengung.
Nach
einer Erhebung der Dt. Gesellschaft für Gefäßchirurgie von 1996 wurden
damals 17 995 Carotis- Operationen in Deutschland durchgeführt.
Die
Beurteilung der Einengung ist im Röntgenbild nicht ganz einfach. In Studien
wurden zwei unterschiedliche Messverfahren angewendet, wo in der ECST-Studie
der Einengungsgrad auf den geschätzten Durchmesser am Ort der Stenose
bezogen wurde und in der anderen Studie, der NASCET-Studie der Stenosegrad
auf den Durchmesser des nachfolgenden Gefäßes bezogen wurde.
Die
wichtigste und meiner Ansicht nach beste Untersuchung ist jedoch die funktionelle
Untersuchung mit dem Ultraschall. Hier kann man die Stenose
nicht nur im Ultraschall sehen sondern den Stenosegrad auch zum einen
hören oder in der Frequenzverschiebung und der Strömungsgeschwindigkeit
in m/sec. Messen.
Der
Grad der Einengung lässt sich schließlich nicht nur in einem Röntgenbild,
das eine zweidimensionale Darstellung bedeutet, erfassen, sondern nur
in einer dreidimensionalen Darstellung. Also müsste man eigentlich den
Querschnitt der Verengung bestimmen.
Vielleicht
wird dies in Zukunft bald möglich sein durch die dreidimensionale Gefäßdarstellung
in der Magnetresonanztomografie.
Hier
ist beispielhaft, also ein Röntgenbild mit einer hochgradigen Einengung
durch einen weichen, arteriosklerotischen Plaque dargestellt und
rechts ist die gleiche Verengung in der Ansicht im Ultraschall zu
sehen.
Eine
solche weiche, arteriosklerotische Einengung bedingt das hohe Risiko einer
Verschleppung des Materials mit dem Blutstrom, einer sog. Embolie, die
katastrophale Auswirkungen hat.
In
den folgenden Bildern soll kurz der Verlauf einer Carotis-Operation dargestellt
werden.
Hier
ist am Hals der Hautschnitt unterhalb des Ohres in einer Länge von etwa
12 bis 14 cm dargestellt.
Im
zweiten Bild ist die innere Schlagader bereits eröffnet. Durch einen Kunststoffschlauch
(Shunt) wird der Blutstrom für die Zeit, in der das Gefäß operiert werden
muss, umgeleitet, damit auf jeden Fall die Hirndurchblutung gesichert
ist. Da das Gehirn durch insgesamt vier Gefäße versorgt wird,
und zwar die beiden vorne liegenden Carotis internae und die beiden hinten
liegenden Vertebralarterien, kann in den meisten Fällen jedoch auch auf
die Einlage einer solchen temporären Blutumleitung verzichtet werden,
während die Operation durchgeführt wird.
Der
im Bild deutlich sichtbare, dicke, arteriosklerotische Plaque wird dann
ausgeschält und, wie im nächsten Bild zu sehen ist, komplett entfernt.
Im
dritten Bild sieht man die gereinigte Gefäßinnenfläche, bei der der
ganze, verengende arteriosklerotische Plaque entfernt ist und danach
das gesunde Gefäß wieder mit einer glatten Gefäßinnenauskleidung weiterführt.
Im
nächsten Bild ist schließlich die Eröffnung des Gefäßes durch Einnähen
eines „Flickens“ verschlossen. Dieser sog. Patch, der aus Kunstgefäßgewebe
besteht (Dacron) dienst dazu, dass das Gefäß möglichst weit in seinem
Originaldurchmesser bleibt und nicht durch die Nahtreihe eingeengt wird.
Im
letzten Bild sieht man den Hautverschluss durch eine Intracutannaht. Diese
wird nach acht Tagen entfernt, so dass nur eine strichförmige und kaum
sichtbare Narbe zurückbleibt.
Eine
andere Technik besteht n der sog. Carotis-Eversions-TEA. Hierbei wird
die Carotis interna aus der Carotis-Gabel abgetrennt und danach wie ein
Handschuh umgestülpt, so dass der arteriosklerotische Plaque so entfernt
werden kann. Ebenso wird durch die Öffnung dann lokal auch
die arteriosklerotische Verdickung in der Carotisgabel ausgeschält.
Dieses Verfahren ist besonders vorteilhaft wenn wegen einer Knickbildung
der Arterie eine Verkürzung durchgeführt werden muss, damit der weitere
Verlauf des Gefäßes gerade und glatt ist. Das letzte Bild
zeigt die wiederhergestellte Carotisgabel nach Entfernung der Plaques.
  
Der
Vorteil dieses Verfahrens ist, dass auf den Einsatz von Kunststoffmaterial
verzichtet werden kann und dass die Operationszeit verkürzt ist.
Welche
Technik auch Verwendung findet, beide Operationsverfahren sind seit vielen
Jahren ausgereift.
Hier
ist eine typische Carotisstenose mit einem sehr weichen, arteriosklerotischen
Plaque dargestellt, die zudem noch oberhalb eine Knickstenose aufweist.
Eine
solche Stenose ist meiner Ansicht nach weniger für eine Ballondilatation
geeignet, da hier das hohe Risiko einer Embolisation (einer Verschleppung
arteriosklerotischen Materials mit dem Blutstrom) besteht.
Die
wissenschaftlichen Experten sind sich inzwischen völlig einig, dass eine
Hirngefäßverengung, die Symptome verursacht, also die Zeichen eines drohenden
Schlaganfalls aufweist, operiert werden sollen.
Solche
Zeichen eines drohenden Schlaganfalls sind vorübergehende Lähmungen im
Hand- oder Beinbereich oder auch vorübergehende Sehstörungen.
Bei
der asymptomatischen Stenose sind die Meinungen zwischen den USA und den
europäischen Kollegen noch unterschiedlich,
während in den USA bei einer hochgradigen Verengung, auch wenn
sie keine Symptome verursacht, zu 90 % zur Operation raten, sind es in
Europa nur etwa die Hälfte der Experten.
In
wissenschaftlichen Studien konnte allerdings gezeigt werden, dass auch
hier in diesen fällen die Beseitigung von solchen Stenosen eine echte
Prophylaxe vor einem Schlaganfall bedeutet.
In
den letzten Jahren wurde zunehmend auch die Ballondilatation und dann
auch noch die zusätzliche Einbringung von Rohrgitterprothesen (Stents)
zur Behandlung der Verengung der Halsschlagadern angeboten.
Diese
Verfahren ist jedoch noch nicht in wissenschaftlichen Studien exakt überprüft.
1999
haben die Dt. Gesellschaft für Neurologie, die Dt. Gesellschaft für Neuroradiologie
und die Dt. Gesellschaft für Gefäßchirurgie eine gemeinsame Stellungnahme
zur Ballondilatation und Stentimplantation der Halsgefäße abgegeben.
Nachdem
das Verfahren aber trotzdem angewendet wird, wurde im Juli 1999 von der
Dt. Gesellschaft für Angiologie und der Dt. Gesellschaft der Carotis-PTA
Register eingeführt.
Fachkommission
„Qualitätssicherung bei Karotis-PTA“
der Deutschen Gesellschaft
für Angiologie und der Deutschen Röntgengesellschaft
L. Heuser,
G. Kauffmann, K. Mathias, S. von Sommoggy, W. Theiss
Hier
werden alle Carotis-PTAs vor Durchführung des Eingriffes
angemeldet ("intention to treat") und dann das Ergebnis mitgeteilt.
Die Bilder zeigen eine hochgradige Einengung
der Carotis interna nach einer vorausgegangenen Bestrahlung wegen eines
bösartigen Halstumors. Man sieht, dass es zweifellos gelingt durch die
Ballonkatheterdilatation und die Stentimplantation die Durchgängigkeit
des Gefäßes wieder herzustellen, dass aber die volle
Gefäßweite dabei nicht erreicht wird.
 Der
Vorteil bei einer solchen strahleninduzierten,
narbigen Stenose besteht jedoch darin, dass hier die Operation
aufgrund der Narbenbildung schwierig ist und dass ein geringes Risiko
von Verschleppung von arteriosklerotischem Material besteht, weil die
Stenose durch eine Narbenbildung und nicht durch die Arteriosklerose verursacht
ist.
Das
andere Beispiel zeigt die Behandlung einer Restenosierung nach vorausgegangener
Operation. Auch hier ist meistens die Narbenbildung die Ursache und deshalb
ebenfalls das Risiko einer Embolisation gering.
  Das
li. Bild zeigt die Stenose, in der Mitte ist der Stent, das Drahtgitter,
zu sehen, das noch eine taillierte, sanduhrförmige Einengung aufweist,
wenn man diese jedoch noch zusätzlich mit einem Hochdruckballon aufweitet,
wird die vollständige Durchgängigkeit des Gefäßes wieder erreicht.
Am
Carotis-PTA Register nehmen inzwischen 33 Kliniken teil, 30 aus Deutschland,
2 aus Österreich und eine aus der Schweiz.
Insgesamt
1481 Patienten wurden dokumentiert, in 150 Fällen wurde die PTA nicht
versucht, so dass die Auswertung derzeit 1331 umfasst.
Die
Ballonkatheter Dilatation war in 34 Fällen nicht erfolgreich.
Der
Grund, warum die Ballondilatation in 10,1 % nicht versucht wurde, war
entweder, dass die Einengung zu gering war oder dass aufgrund der Gefäßverkalkung
oder der Gefäßschlängelung oder eines weichen Gerinnsels, die Operation
vorgezogen wurde.
Die
Fälle, in denen die Ballondilatation nicht erfolgreich war (2,6) betrafen
technische Probleme, wobei es nicht gelang, die Stenose zu erreichen.
Behauptet
wurde, dass die Carotis-PTA (Ballondilatation) komplikationsärmer und
risikoärmer wäre als die Operation.
Während
der Dilatation treten jedoch relativ häufig Probleme auf, die neurologische
Störungen in 9,3 % betreffen oder unerwünschte Kreislaufreaktion in 6,5
%.
Das
Hauptrisiko besteht jedoch in Verschleppung von arteriosklerotischem Material
und Gerinnsel. Wie man an diesem Operationsbild sieht, kommen sehr häufig
weiche Auflagerungen auf der Verengung vor, die natürlich beim Durchschieben
eines Ballons oder der Drahtgitterprothese abgelöst werden können.
Solche
Komplikationen, wie sie während der Ballondilatation auftreten, sind während
der Operation unbekannt.
Dies
kann daran bewiesen werden, dass die Operation auch in örtlicher Betäubung
möglich ist, so dass die Patienten die entsprechenden Angaben genauso
wie bei der Ballondilatation machen könnten.
Die
Operation wurde vieltausendfach in örtlicher Betäubung durchgeführt und
solche Erscheinungen sind dabei unbekannt.
Die
neurologischen Komplikationen (Lähmungserscheinungen) während der Ballondilatation
betreffen Sehstörungen in 0,3 %, vorübergehende Lähmungen in 7 % und schließlich
die schlimmste Komplikation, den Schlaganfall in 3,1 %.
Hier
nochmals ein Bild einer solchen Verengung, die hochgradig emboliegefährdet
ist, weil sie weiche Gerinnselauflagerungen aufweist.
Ebenso
wie es das Carotis-PTA-Register gibt, gibt es von der Dt. Gesellschaft
für Gefäßchirurgie seit 1996 das Register Carotis-TEA über die Carotis-Operation.
Dieses
Register umfasst über 50 000 Operationen. Stellt man die beiden Register
nun gegenüber so zeigt sich, dass die Schlaganfallrate bei der Operation
mit 1,6 % deutlich niedriger liegt als bei der Carotis-PTA (Ballondilatation)
mit 3,1 %.
Die
Letalität, d.h. die Todesrate durch den Eingriff liegt mit 0,8 % bei beiden
Verfahren auf gleicher Höhe.
Wenn
man alle neurologischen Ereignisse, also auch vorübergehende Lähmungen
u.ä. zusammenfasst, so zeigt die Operation mit 4,6 % auch einen deutlichen
Vorteil gegenüber der Ballonkatheterdilatation mit 10,3 %.
Aus
den beiden Registern kann man nur die Folgerung ziehen, dass die Ballondilatation
von Verengungen der Halsschlagader auf keinen Fall gefahrloser oder schonender
ist als die operative Beseitigung von Verengungen.
Das
Hauptproblem der Dilatation ist die, wie bereits mehrfach erwähnt wurde,
Embolisation, d.h. die Verschleppung kleiner Partikel in das Gehirn mit
dem Blutstrom.
In
einem Versuch konnte gezeigt werden, dass bei der Aufdehnung arteriosklerotischer
Plaques eine große Menge von Partikeln zwischen 300 und 1200 ym freigesetzt
werden, die dann kleine Gefäße im Gehirn verstopfen können (Takao Ohki).
Der
Versuchsansatz dieses sog. in vitro Versuches ist in den folgenden Bildern
dargestellt.
 
Da
die Anwender dieses Verfahrens sich zunehmend der Problematik bewusst
geworden sind hat die Industrie inzwischen den Versuch unternommen, durch
Einbringen von kleinen Sieben, Netzen oder Filtern die Verschleppung der
Partikel in die Gehirnstrom bahn
zu vermeiden.
Nachteil
dieser Geräte ist jedoch, dass sie erst über die Stenose hinausgeschoben
werden müssen und dabei bereits solche Embolien verursachen können.
Dies
konnte ebenfalls in dem Register festgestellt werden.
Man
konnte finden, dass mit der Verwendung solcher Schutzschirme die Rate
neurologischer Ereignisse mit 6,9 % deutlich höher ist als ohne diese
mit 3,1 %. Allerdings kann dadurch die Schlaganfallrate von 2,4 % auf
0,9 % verringert werden.
Hier
sind die gewonnenen Zahlen aber noch zu klein um eine endgültige Aussage
zu treffen.
Sehr
häufig wurde vorgeschlagen, eine Ballonkatheterdilatation durchzuführen,
wenn eine erneute Verengung nach einer Carotis-Operation auftritt. Die
Häufigkeit einer solchen Rezidivstenose ist in dem Register der Dt. Gesellschaft
für Gefäßchirurgie 2,4 %. Wie häufig ein erneutes Auftreten
von Stenosen nach der Ballonkatheterdilatation ist, ist derzeit noch nicht
geklärt. Hier werden Angaben zwischen 2 und 14 % gemacht.
Durchschnittlich geben Personen, die das Verfahren schon in großer
Zahl angewendet haben, eine Rezidivstenoserate von 8 % an. Vor
einem amerikanischen Gefäßchirurgen, A.F. Abu Rahma wurde eine Studie
über die Behandlung solcher Rezidivstenosen durchgeführt. Dabei konnte
gezeigt werden, dass die Operation wesentlich sicherer (Schlaganfallrate
Operation 3,4 %, erneute Ballonkatheterdilatation 16 %) ist und dass
zudem danach ein Wiederauftreten einer erneuten Stenose bei der Operation
in keinem Fall, aber nach der Ballonkatheterdilatation in 24 % festzustellen
war.
Auch
hier zeigt sich die Operation der Ballonkatheterdilatation deutlich überlegen.
Notwendig ist die Verwendung einer Lupenbrille bei allen Carotis-Operationen.
Nur so kann der Eingriff mit der notwendigen Präzision durchgeführt werden.
Dann ist auch bei Rezidivstenosen die Komplikationsrate nicht höher als
bei der Erstoperation.
Eine
endgültige Aussage über die wirklichen Ergebniszahlen der Carotis-Operation
und der Carotis- Ballonkatheterdilatation kann jedoch nur eine prospektive
randomisierte Studie liefern. Eine solche Studie wurde im Frühjahr
2001 begonnen, die Space Studie (stentgestützte perkutane Angioplastie
der Carotis versus Endarteriektomie). Diese Studie wird aber
erst in einigen Jahren abgeschlossen sein und eine endgültige Klärung
über die Nutzen und Risiken der Ballonkatheterdilatation von Carotisstenosen
erbringen.
Die
eigenen Ergebnisse mit der operativen Behandlung von Carotisstenosen ist
in den folgenden Bildern dargestellt. Dabei lagen wir mit
0,6 % Schlaganfallsrate deutlich unter dem Referenzwert und unter
den meisten anderen Kliniken.
Einen
Todesfall mussten wir erfreulicherweise mussten wir überhaupt nicht registrieren.
Dies
sind die Ergebnisse des Qualitätssicherungsregisters der Bay. Arbeitsgemeinschaft
für Qualitätssicherung, Dreijahresergebnisse. 
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