Arteriosklerose, was ist das?
Arteriosklerose wird in vielen anderen Begriffen gebraucht, wie
Atherosklerose, Arterienverkalkung, arterielle Verschlusskrankheit .
Es handelt sich jedoch am wenigsten um eine echte Verkalkung, sondern es ist ein Alterungs-Schädigungs -Prozess, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, nicht zuletzt auch natürlich und besonders von der natürlichen Alterung.
Diese Veränderungen setzen schon recht früh ein. Man hat bereits arteriosklerotischen Veränderungen in den Gefässen junger Soldaten gefunden, die umkamen.
Der Ablauf besteht darin, dass die vorher elastische Gefäßwand härter und weniger nachgiebiger wird und sich die Arterienwand verdickt. Dadurch wird die Durchgängigkeit des Gefäßes eingeengt und im schlimmsten Fall sogar einen Verschluss bewirkt.
Grundsätzlich können alle Gefäße des menschlichen Körpers befallen werden, besonders gefährdet sind jedoch Gefäßaufzweigungen, weil hier durch die Pulswelle besonders starke Belastungen und Verwirbelungen des Blutes auftreten.
Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Arteriosklerose:
„Die Atherosklerose ist eine variable Kombination von Intimaveränderungen der Arterien ...... bestehend aus einer herdförmigen Anhäufung von Lipiden (Fetten), komplexen Kohlehydraten (Zuckern), Blut und Blutbestandteilen, fibrösem ( faserigem ) Gewebe und Kalzium-Ablagerungen (dem würde der sogenannte „Kalk“ entsprechen) begleitet von Änderungen der Media (Mittelschicht der Gefässe ) “.
Die Arterien bestehen aus drei Schichten , der Innenschicht ( Intima ), der Mittelschicht ( Media ), und der äußeren Schicht( Adventitia ).
Wie kommt es zur Arteriosklerose?
Es gibt hier drei grundsätzlich unterschiedliche Theorien, d.h. dass eine endgültige Sicherung der Ursache immer noch nicht erreicht worden ist.
- Die „ Inkrustationstheorie“ geht von einem Eindringen von Blutfetten in die Gefäßwand aus.
- Die „ Klon-Wachstums-Theorie“ geht davon aus, dass es durch Veränderungen der glatten Muskelzellen in der Mittelschicht (der Media) im Sinne von Tumorzellen zu einem tumorähnlichen Wachstum und einer Umwandlung von diesen Zellen kommt.
- Die „ response to injury-Theorie“ ist die am meisten akzeptierte Theorie. Sie geht davon aus, dass die Innenschicht der Gefäße kleine Verletzungen erleidet, die sowohl mechanisch sein können, also eine äußere Einwirkung (wie Dehnung oder Biegung) oder auch durch Einrisse der Gefäßwand (durch die Pulswelle bei hohem Blutdruck) oder auch chemische Einflüsse (wie durch Blutbestandteile). Dadurch wird ein Reiz auf die Muskelzellen der Mittelschicht ausgelöst, die dann in die Innenschicht einwandern. An der Verletzungsstelle lagern sich Blutplättchen (Thrombozyten) an und es entstehen kleine Gerinnsel (Mikrothromben). Die Läsion wird danach von neuen Zellen der Innenschicht (Endothelzellen) überwachsen. Durch Aufnahme von Blutfetten (Lipoproteinen) können die eingelagerten Muskelzellen danach jedoch wachsen und sich in das Gefäßlumen vergrößern. Schließlich können solche Plaques (Gefäßwandwucherungen) auch aufbrechen und dadurch erneut den Mechanismus in Gang setzen.
Welche Form die Entwicklung der Arteriosklerose nimmt, ob sie mehr zur Einlagerung von Kalcium, also einer Verkalkung („harter“ Plaque), neigt oder eher fettreiche Einlagerungen aufweist („weicher“ Plaque) ist unterschiedlich und es ist auch noch nicht geklärt, wieso bei verschiedenen Menschen die Form der Arteriosklerose unterschiedlich sein kann.
Gemeinsam ist den Veränderungen jedoch, dass sie den Blutfluss beinträchtigen und schließlich auch zu einem Verschluss führen können. Weiche Plaques können aufbrechen und die Lipid-Tröpfchen (Fetttröpfchen) freisetzen, die danach zu einer Embolie führen, d.h. einer Verschleppung und Verstopfung kleiner Gefäße. Solche Ereignisse können z.B. einen Schlaganfall auslösen (= Verstopfung von Hirngefäßen).
Im Gefäßsystem bei der Blutversorgung des Herzmuskels durch die Herzkranzgefässe (Koronararterien) kann es dadurch zum Herzinfarkt kommen.
Risikofaktoren , die die Entwicklung der Arteriosklerose begünstigen, bestehen
- im Alter,
- im Geschlecht (Männer sind gefährdeter),
- in genetischen (vererbten) Faktoren,
- in hohen Blutfettwerten,
- in hohen Blutzucker-Werten (Zuckerkrankheit= Diabetes)
- in hohem Blutdruck
und dann in dem mit am bedeutendsten und am meisten beeinflussbaren Faktor,
- dem Rauchen!!!!

Wo und in welchen Gefässabschnitten tritt die Arteriosklerose am häufigsten auf?
Solche Verengungen treten am häufigsten bei Gefäßaufzweigungen auf.
Diese bestehen beispielsweise in der Gabel der Halsarterien ( Karotis-Stenose ), der Aortengabel und in der Leiste in der Aufzweigung der Oberschenkelarterien (Femoralis-Gabel).
Gerade in den Beinen entwickelt sich die sog. periphere arterielle Verschlusskrankheit. Die Beinarterien sind hohen Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist das Gefäß, das sich am häufigsten verschließen kann, die Oberschenkelarterie. Sie zeigt einen langen Verlauf und wird durch die Muskelzüge des Oberschenkels starken Längs- und Querbelastungen bei der Bewegung ausgesetzt.
Wie merke ich, dass ich eine Erkrankung der Gefäße im Sinne einer Arteriosklerose habe?
Leider gibt es bei dem erwähnten Schlaganfall wenig vorherige Warnsymptome. Diese können jedoch in einem „Fleckensehen“ der Augen bestehen oder in vorübergehenden Sprachstörungen. Eine weitere Möglichkeit sind kurzfristige Taubheitsgefühle, z.B. in Armen oder Beinen.
Bei Vorliegen von Risikofaktoren (siehe vorher) empfiehlt es sich bei einem Alter über 50 Jahre eine vorsorgliche Untersuchung der Halsgefäße mit Ultraschall durchführen zu lassen (Farbduplexsonografie). Hier kann die Gabel der Halsgefäße (Carotis-Gabel) hinsichtlich von Erscheinungen der Arteriosklerose untersucht werden.
Beim Herzen sind das Auftreten von Herzschmerzen bei Belastung ein ernstes Warnsymptom. Der Arzt kann hier mittels eines Belastungs-EKGs (Elektrokardiogramm unter Belastung durch Radfahren= Ergometer) eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße feststellen.
Eine Durchblutungsstörung im Becken-Bein-Bereich äußerst sich in sehr typischen Beschwerden . Diese treten vor allem bei Situationen, in der die Beinmuskulatur verstärkt Blut benötigt, auf. Die sog. durchblutungsbedingten (ischämischen) Muskelschmerzen kennt jeder vom Sport. Wenn man sich zu stark belastet macht der Muskel das halt nicht mehr mit und schmerzt, weil er zu wenig Sauerstoff erhält. Beim Kranken tritt dies bereits bei geringer Belastung, beim schnellen Gehen oder beim Bergauf-Gehen, auf. Nach kurzem Stehenbleiben kann man wieder zunächst schmerzfrei weitergehen ( Schaufenster-Krankheit=Claudicatio intermittens ).
So kann man auch bereits von den Erzählungen des Kranken (Anamnese) darauf schließen, ob eine durchblutungsbedingte Erkrankung vorliegt (die Schmerzen treten erst bei Belastung auf) oder ob z.B. ein Gelenk- oder ein sonstiger Muskelschaden (Muskelzerrung, Muskelriss, Bänderzerrung, Arthrose) vorliegen. Hier treten die Schmerzen bereits bei Beginn auf und nicht erst bei stärkerer Belastung.
Im Falle von Abnutzungserscheinungen von Gelenken (Arthrose) ist es sogar so, dass die Schmerzen zu Beginn am stärksten sind („Anlaufschmerz“) und sichbei längerem Bewegen sogar bessern !
Die pAVK (periphere arterielle Verschlußkrankheit) wird deshalb in vier Stadien eingeteilt (Stadieneinteilung nach Fontaine).

Die Symptome der pAVK zu kennen ist sehr wichtig, da diese Erkrankung mit fortschreitendem Alter stark zunimmt.

Jeder 5. über 65 Jahre ist gefäßkrank !
Dies hat eine umfangreiche Studie an vielen Tausend Menschen ergeben.
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